Photovoltaik planen: Verbrauch, Dachfläche, Ertrag, Speicher und Eigenverbrauch grob einschätzen — mit konkreten Zahlen für Österreich.
Sachlich erklären, Risiken nennen, Quellen prüfen und keine falschen Versprechen machen.
Die Anlagengröße sollte sich an deinem Jahresstromverbrauch orientieren. Hier eine Übersicht für Österreich.
| Haushaltsgröße | Wohnung (kWh/Jahr) | Einfamilienhaus (kWh/Jahr) |
|---|---|---|
| 1 Person | 1.400–2.000 | 2.000–2.800 |
| 2 Personen | 2.000–2.600 | 2.800–3.500 |
| 3 Personen | 2.600–3.200 | 3.400–4.200 |
| 4 Personen (Familie) | 2.900–3.500 | 3.800–5.000 |
| 5+ Personen | 3.000–4.000 | 3.800–5.500 |
Quelle: E-Control, Stromliste.at
Standard-Solarmodule haben ca. 1,7 m × 1,1 m (ca. 1,9–2,0 m²) und leisten 420–450 Wp. Der Flächenbedarf pro kWp beträgt ca. 5–6 m² auf dem Schrägdach.
| Anlagengröße | Module (je 435 Wp) | Dachfläche ca. | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 5 kWp | 11–12 Stk. | 25–30 m² | Kleines EFH, 1–2 Personen |
| 8 kWp | 18–20 Stk. | 40–48 m² | EFH, 3–4 Personen |
| 10 kWp | 22–24 Stk. | 50–60 m² | EFH mit E-Auto/WP |
| 15 kWp | 33–36 Stk. | 75–90 m² | Großes Dach, hoher Verbrauch |
Pultdach: Länge × Breite = m² nutzbarer Fläche. Abzüge für Dachfenster, Kamine, Schornsteine, Gauben, Verschattung. Faustregel: ca. 20–30 % Abzug gegenüber der Brutto-Dachfläche.
Satteldach: Zwei Dachseiten, jeweils Länge × Breite pro Seite, dann addieren. In der Regel kann nur die Südseite oder Südwest-Seite voll genutzt werden; die Nordseite bringt deutlich weniger Ertrag.
Flachdach: Mehr Platzbedarf durch Aufständerung und Reihenabstände (ca. 6–8 m² pro kWp). Vorteil: Optimale Ausrichtung möglich.
Faustregel: 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresverbrauch bei guter Südausrichtung. Bei Ost-West-Ausrichtung oder für Zukunftsvorsorge entsprechend mehr.
kWp = Verbrauch / 1.000
Kompakt, für reinen Haushalt ohne E-Auto/WP. Beispiele:
kWp = Verbrauch × 2,5 / 1.000
Mit Reserve für E-Auto, Wärmepumpe oder steigenden Verbrauch:
Überschüssige Energie wird in folgender Reihenfolge genutzt:
Nicht jedes Dach hat die ideale Südausrichtung. Die gute Nachricht: Auch Ost-West-Anlagen liefern hervorragende Erträge.
| Ausrichtung | Ertrag (relativ) | Bewertung |
|---|---|---|
| Süden | 100 % | Optimum — höchster Jahresertrag |
| Südost / Südwest | 90–95 % | Sehr gut — kaum Verlust |
| Ost / West | 80–85 % | Gut — bessere Verteilung über den Tag |
| Norden | 50–55 % | Meist unwirtschaftlich |
Eine Ost-West-Anlage verteilt die Stromproduktion gleichmäßiger über den Tag:
Dadurch wird morgens und abends mehr Eigenverbrauch abgedeckt und der Speicher kann über einen längeren Zeitraum geladen werden. Der Jahreshöchstertrag ist zwar ca. 10–20 % niedriger als bei reiner Südausrichtung, der Eigenverbrauchsanteil ist aber oft höher.
In Österreich erzeugt 1 kWp Leistung je nach Standort ca. 950–1.100 kWh pro Jahr.
Eine 10 kWp Anlage in Südausrichtung, 30° Neigung, erzeugt in Ostösterreich ca. 10.000–11.000 kWh/Jahr. Davon fallen ca. 70 % in die Monate April bis September, nur 5–8 % in Dezember/Jänner.
Mit dieser Anlage kann ein 4-Personen-Haushalt (4.000–5.000 kWh/Jahr Verbrauch) im Jahresmittel ca. 70–85 % Autarkie erreichen — mit einem Speicher von 10–14 kWh.
Faustregel: 1–1,5 kWh Speicherkapazität pro 1 kWp Anlagenleistung. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch von ca. 30 % auf 70–80 %.
| Anlagengröße | Empfohlener Speicher | Materialpreis (LiFePO4) | Installiert (Fachfirma) |
|---|---|---|---|
| 5 kWp | 5–8 kWh | ca. 1.600–3.000 € | ca. 3.000–5.000 € |
| 8 kWp | 8–12 kWh | ca. 2.500–4.000 € | ca. 4.500–7.000 € |
| 10 kWp | 10–15 kWh | ca. 3.200–5.500 € | ca. 5.500–8.000 € |
| 15 kWp | 15–22 kWh | ca. 4.800–8.000 € | ca. 8.000–12.000 € |
Die Einspeisevergütung liegt bei nur ca. 5,7–8,8 ct/kWh (OeMAG, Stand Juni 2026). Selbst verbrauchter Strom spart dagegen ca. 25–35 ct/kWh. Jede selbst verbrauchte kWh ist also das Drei- bis Fünffache wert.
Ohne Speicher: ca. 30 % Eigenverbrauch — 70 % verschenkt.
Mit Speicher: ca. 70–80 % Eigenverbrauch — nur noch 20–30 % gehen ins Netz.
Verschattung ist der häufigste Grund für Ertragseinbußen. Schon ein kleiner Schatten auf einer Zelle kann den gesamten String ausbremsen.
Keine Optimierer
Günstigste Variante, geeignet für:
Optimierer oder Mikro-WR
Empfohlen bei:
Die Kosten für PV-Anlagen in Österreich variieren stark — je nachdem, ob eine Fachfirma alles übernimmt oder man Komponenten selbst beschafft und montiert.
1.000–1.800 €/kWp
450–700 €/kWp
| Komponente | Circa-Preis |
|---|---|
| Module (23–24 Stk. à 435 Wp, monokristallin) | 1.500–2.500 € |
| Hybrid-Wechselrichter (3-phasig, 10 kW) | 1.200–2.000 € |
| Unterkonstruktion / Montagesystem (Ziegeldach) | 1.000–1.500 € |
| Solarkabel, Sicherungen, Überspannungsschutz, Verteiler | 400–700 € |
| Elektriker (Anschluss, Abnahme, Zählertausch) | 800–1.500 € |
| Gesamt (Material + Elektriker) | 4.900–8.200 € |
Wenn der Speicher voll ist und die Sonne scheint, fließt Überschuss normalerweise für minimale Vergütung ins Netz. Ein Heizstab im Warmwasserspeicher wandelt diese Energie in warmes Wasser um.
Die Nachrüstung eines Heizstabs mit Steuerung kostet 150–750 € (je nach System) und deckt 50–70 % des jährlichen Warmwasserbedarfs. Quelle: my-PV.com
Jahresabrechnung prüfen oder Energiezähler ablesen. Zukunft einplanen (E-Auto, Wärmepumpe).
Brutto-Dachfläche messen, Abzüge machen (Fenster, Kamine), Himmelsrichtung und Neigung bestimmen.
Faustregel: 1 kWp pro 1.000 kWh Verbrauch. Für Zukunftsvorsorge: kWp = Verbrauch × 2,5 / 1.000.
950–1.100 kWh/kWp/Jahr je nach Standort. PVGIS-Tool für präzise Werte verwenden.
1–1,5 kWh Speicher pro kWp. LiFePO4 ist die sichere und langlebige Wahl.
Bei Teilverschattung oder mehreren Dachflächen: Optimierer oder Mikro-Wechselrichter einplanen.
Angebote von Fachfirmen vergleichen oder Materialliste erstellen. EAG-Fördercall abwarten und beantragen.
Heizstab mit intelligenter Steuerung (z. B. my-PV) einbauen — beste Zusatzinvestition.