Förderungen

Erst prüfen, dann bestellen.

PV-Förderungen in Österreich: EAG, Länder, Steuerfragen und Antragsschritte mit Quellen prüfen — Stand Juni 2026.

KIWAG-Prinzip

Sachlich erklären, Risiken nennen, Quellen prüfen und keine falschen Versprechen machen.

⚠ Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Förderungen, Sätze und gesetzliche Regelungen können sich ändern. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deine Landesregierung, einen konzessionierten Elektrofachbetrieb oder deine Steuerberatung. Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Stand Juni 2026

Förderungen auf einen Blick

In Österreich kannst du mehrere Förderungen gleichzeitig nutzen — Bund, Land und Steuervorteile addieren sich. So sieht eine typische 10 kWp Anlage mit Speicher aus.

Beispielrechnung: 10 kWp + 10 kWh Speicher (schlüsselfertig)

Anlagenkosten (brutto, 20% USt)18.000 €
EAG-Investitionsförderung (150 €/kWp + 150 €/kWh)- 3.000 €
Landesförderung (z. B. OÖ pauschal)- 1.500 €
Effektive Kosten nach Förderungenca. 13.500 €
✅ Du sparst rund 25–30% der Anschaffungskosten. Zusätzlich sparst du jährlich ca. 1.000–1.500 € an Stromkosten (bei 70–80% Eigenverbrauch).
💰
150 €/kWp
EAG-Bundesförderung (PV-Module), 2. Call Juni 2026
🔋
150 €/kWh
EAG-Bundesförderung (Speicher)
🏴
+ 3.000 €
Zusätzlich vom Bundesland möglich
Bundesförderung

EAG-Investitionsförderung 2. Call Juni 2026

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) ist die zentrale Bundesförderung für Photovoltaik. Die Abwicklung erfolgt über die EAG-Abwicklungsstelle und pv.gv.at.

📅 Aktueller Call: 2. Call 2026

Zeitraum: 16.–30. Juni 2026

Fördersätze (Kat. A, ≤10 kWp):

  • PV-Anlage: 150 € pro kWp installierter Leistung
  • Stromspeicher: 150 € pro kWh nutzbarer Speicherkapazität
  • +10 % Bonus: Made-in-Europe-Komponenten
  • Maximalförderung: 50 % der förderfähigen Investitionskosten (Deckel)
⚠ Achtung: Die Sätze variieren pro Call. Die genannten Beträge gelten für den 2. Call 2026. Prüfe die aktuellen Werte auf pv.gv.at vor deiner Antragstellung.

Rechenbeispiel: 10 kWp Anlage + 10 kWh Speicher = 10 × 150 € + 10 × 150 € = 3.000 € Förderung (vor 50%-Deckel).

📋 Call-Termine & Deadlines

Die EAG-Förderung wird in mehreren Calls pro Jahr vergeben — mit fixen Startterminen und begrenztem Budget. Typischerweise gibt es 2–3 Calls pro Jahr für private PV-Anlagen.

⚠ Fristen verpassen → Wartezeit: Ist das Budget eines Calls ausgeschöpft, müssen Interessenten auf den nächsten Call warten. Die Nachfrage ist hoch — Calls sind oft innerhalb weniger Tage ausgebucht.

So erfährst du die aktuellen Termine:

  • pv.gv.at — offizielle Plattform, alle Calls werden hier veröffentlicht
  • oem-ag.at — OeMAG-Website mit Call-Archiv und Vorankündigungen
  • Newsletter der EAG-Abwicklungsstelle — benachrichtigt rechtzeitig vor Call-Start

📝 Ablauf: So beantragst du die EAG-Förderung

Der Antrag läuft vollständig digital über pv.gv.at:

1
Angebot einholen

Lass dir von einem konzessionierten Elektriker oder einer Fachfirma ein detailliertes Angebot für deine PV-Anlage inkl. Speicher erstellen.

2
Auf pv.gv.at registrieren

Erstelle ein Benutzerkonto. Für die Antragstellung brauchst du ID Austria oder Handy-Signatur.

3
Zum Call-Start einreichen

Sobald der Call geöffnet ist, reichst du deinen Antrag ein. Benötigt: Angebot, persönliche Daten, Zählpunktnummer.

4
Förderzusage abwarten

Die Bearbeitung kann mehrere Wochen dauern. Erst nach Erhalt der Zusage darf die Anlage bestellt und installiert werden!

5
Anlage errichten & Auszahlung beantragen

Nach Zusage: Anlage installieren lassen, Inbetriebnahmeprotokoll und Schlussrechnung auf pv.gv.at hochladen. Auszahlung nach Prüfung.

⚠ Wichtig: Reihenfolge einhalten! Antrag vor Bestellung vor Installation. Wer die Anlage kauft und installiert bevor die Förderzusage da ist, riskiert den kompletten Förderungsentgang.

✅ Voraussetzungen für die EAG-Förderung

⚠ Häufige Fehler: Zu spät eingereicht (Calls innerhalb Stunden/Tagen ausgebucht), unvollständige Unterlagen, Vorab-Installation (Ausschlusskriterium), falsche Speichergröße (max. 2× kWh der kWp-Leistung förderbar), Eigeninstallation ohne Fachbetrieb.
Landesförderungen

Förderungen der Bundesländer im Überblick

Zusätzlich zur Bundesförderung bieten die meisten österreichischen Bundesländer eigene Förderungen an. Diese sind kombinierbar mit der EAG-Förderung.

⚠ Stand Juni 2026: Oberösterreich hat derzeit keine eigenständige PV-Landesförderung. Die PV-Förderung in OÖ läuft ausschließlich über das EAG des Bundes. Andere Bundesländer können abweichende Programme haben — informiere dich direkt auf dem Förderportal deines Bundeslandes.
BundeslandArt der FörderungHöhe (Richtwert)Besonderheiten
OberösterreichKeine eigene PV-FörderungPV-Förderung nur über EAG des Bundes
NiederösterreichEinmalzuschussbis 2.500 €+ 500 € für Speicher, nur in Kombination mit PV
WienEinmalzuschussbis 2.000 €Höhere Sätze für thermische Sanierung kombiniert
SteiermarkEinmalzuschussbis 2.500 €Speicherförderung extra möglich
TirolEinmalzuschussbis 2.800 €Nach kWp gestaffelt, Speicherbonus inkludiert
KärntenEinmalzuschussbis 2.000 €Fokus auf kleine Anlagen < 20 kWp
SalzburgEinmalzuschussbis 2.000 €Zusätzlicher Bonus für Fassaden-PV
VorarlbergEinmalzuschussbis 2.000 €Nach Gebäudestandard gestaffelt
BurgenlandEinmalzuschussbis 1.500 €Geringere Sätze, aber einfachere Antragstellung
✅ Kumulierung prüfen: Grundsätzlich sind Bundesförderung (EAG) und Landesförderung kombinierbar. Achte auf den Förderdeckel von maximal 50 % der förderfähigen Kosten. Quelle: eag-abwicklungsstelle.at
Umsatzsteuer & Einkommensteuer

Steuerliche Rahmenbedingungen Stand Juni 2026

🧾 Umsatzsteuer: 0 % ist AUSGELAUFEN

⚠ Wesentliche Änderung seit 1.1.2026: Der Nullsteuersatz (0% USt) auf PV-Anlagen bis 35 kWp ist ausgelaufen. Seit 01.01.2026 gilt wieder der Regelsteuersatz von 20 % auf PV-Module, Wechselrichter, Speicher und Montagematerial.

Zeitstrahl:

  • Bis 31.03.2025: 0% USt auf PV-Komponenten (bei vollständiger Lieferung bis zu diesem Datum)
  • 01.04.2025–31.12.2025: Übergangsphase mit 20% USt
  • Seit 01.01.2026: 20% Regelsteuersatz auf alle PV-Komponenten

Auswirkung: Der Wegfall des Nullsteuersatzes bedeutet, dass eine 10 kWp Anlage wieder ca. 3.000–3.800 € teurer wird (20% USt auf den Nettopreis). Die Förderungen (EAG + Land) fangen diesen Anstieg teilweise auf.

Für Privatpersonen ist der Vorsteuerabzug nicht möglich. Anders bei Vermietern, Landwirten und Unternehmern — hier ist steuerliche Beratung empfohlen.

💰 Einkommensteuer: Einspeisung steuerfrei

✅ Steuerfrei bis 35 kWp und 12.500 kWh/Jahr: Gemäß § 33a EStG sind Einnahmen aus der Photovoltaik-Stromeinspeisung bis zu einer Anlagengröße von 35 kWp und einer eingespeisten Jahresmenge von 12.500 kWh einkommensteuerfrei.

Das bedeutet konkret:

  • Keine Steuererklärung nötig für die PV-Einnahmen (innerhalb der Grenzen)
  • Die Einspeisevergütung der OeMAG bleibt zur Gänze bei dir
  • Auch Einnahmen aus dem Überschusseinspeise-Modell sind befreit
  • Die Befreiung gilt unabhängig von der Montageart (Dach, Fassade, Freifläche)

Eigenverbrauchsabgabe: Wurde mit dem EAG abgeschafft. Du zahlst keine Abgaben auf selbst verbrauchten PV-Strom (Ausnahme: Anlagen über 250 kWp).

⚠ Grenzen beachten: Bei Überschreitung der 35 kWp oder 12.500 kWh/Jahr müssen die Einnahmen beim Finanzamt erklärt werden.
Einspeisung

OeMAG-Marktpreis & Einspeisevergütung Juni 2026

Die Abwicklungsstelle für Ökostrom (OeMAG) übernimmt die Abnahme des eingespeisten Stroms zu einem gesetzlich festgelegten Marktpreis.

📊 Aktuelle Einspeisevergütung

5,7–8,8 ct/kWh

OeMAG-Marktpreis für Juni 2026 (monatlich schwankend).

  • Vertragsdauer: max. bis 31.12.2030
  • Anlagen < 500 kWp
  • Monatliche Abrechnung
⚠ Einspeisung lohnt sich kaum: Bei 5,7–8,8 ct/kWh Verkaufspreis vs. 25–35 ct/kWh Einsparung durch Eigenverbrauch ist die Rechnung klar: Eigenverbrauch maximieren — durch Speicher, Warmwasserbereitung und smarte Steuerung.

📋 Weitere Fördermöglichkeiten

  • Klimafonds (klimafonds.gv.at): Zeitlich befristete Sonderprogramme (PV-Mieterstrommodelle, Vereine, thermische Sanierung + PV)
  • Balkonkraftwerke: Vereinfachte Anmeldung, manche Länder bieten Mini-Zuschüsse (100–200 €)
  • Günstige Kredite: Kommunalkredit / Umweltförderung Inland, Landesdarlehen, spezielle PV-Bankkredite mit reduzierten Zinssätzen
✅ Tipp: Prüfe zuerst alle Zuschuss-Förderungen (EAG + Land), dann überlege ein günstiges Darlehen für die Restsumme. Die monatliche Stromkostenersparnis kann oft die Kreditrate decken.
Checkliste

Förderungs-Checkliste: So holst du alles raus

✅ Schritt-für-Schritt

  • Energiebedarf berechnen
  • Angebot von 2–3 Fachfirmen einholen
  • EAG-Call-Termin auf pv.gv.at notieren
  • Landesförderung prüfen (Landesportal)
  • Antrag auf pv.gv.at pünktlich einreichen
  • Förderzusage abwarten
  • Anlage bestellen und installieren lassen
  • Schlussrechnung + Inbetriebnahme einreichen
  • Netzzugangsvertrag abschließen
  • Landesförderung separat beantragen

📝 Wichtige Unterlagen

  • Angebot der Fachfirma (mit technischen Daten)
  • Zählpunktnummer (vom Netzbetreiber)
  • ID Austria oder Handy-Signatur
  • Bankverbindung
  • Grundriss / Lageplan des Gebäudes
  • Energieausweis (falls für Landesförderung nötig)
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Quellen & Links

Wo du dich informieren kannst

Alle Informationen basieren auf folgenden offiziellen Quellen (Stand Juni 2026):

⚠ Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Förderungen, Sätze und gesetzliche Regelungen können sich ändern. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deine Landesregierung, einen konzessionierten Elektrofachbetrieb oder deine Steuerberatung. Diese Seite ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
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